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Wie kann man Astronaut/in werden?

Wer Astronaut/in werden will, träumt davon, ins All zu fliegen und die Welt aus einer anderen, beeindruckenden Perspektive zu betrachten. Dieser ganz besondere Beruf erfordert Pioniergeist und verspricht faszinierende Einsätze in der Schwerelosigkeit sowie die Mitwirkung an der Erlangung bahnbrechender wissenschaftlicher Erkenntnisse. Im Folgenden soll die Frage "Wie kann man Astronaut/in werden?" geklärt werden.

Was macht ein Astronaut oder eine Astronautin?

Ein Astronaut, beziehungsweise eine Astronautin, ist ein Raumfahrer, der oder die im Dienst der Wissenschaft mehrere Wochen oder Monate im Weltall verbringt. Während sich in der westlichen Welt die Bezeichnung Astronaut/in durchgesetzt hat, wird in ehemals sowjetisch geprägten Ländern von Kosmonaut/innen und in China von Taikonaut/innen gesprochen. Dank Globalisierung und Internet gilt die Bezeichnung Astronaut/in aber mittlerweile als universell einsetzbar1.

Astronaut/innen werden laut ESA (Europäische Weltraumorganisation) als Flieger eines Raumfahrzeugs oder als Besatzungsmitglied eines solchen während einer Raumfahrtmission ausgebildet2. Ihr Alltag besteht für gewöhnlich darin, an Langzeitmissionen, was für Europäer/innen einen Aufenthalt auf der ISS bedeutet, teilzunehmen. Die hier durchzuführenden Aufgaben sind in der Regel die technische Instandhaltung der Raumstation, die Durchführung von Experimenten und wissenschaftlichen Forschungsaufgaben und das Fungieren als Versuchsperson2. Als Astronaut/in benötigen Sie also ein fundiertes wissenschaftliches und idealerweise auch technisches Verständnis.

Abseits von Einsätzen im Weltraum widmen sich Astronaut/innen vor allem der technischen Unterstützung von Raumfahrtmissionen, bilden sich fort oder leisten Öffentlichkeitsarbeit2. Bei Letzterem geht es vorrangig darum, der Gesellschaft die Inhalte der Raumforschung und deren Relevanz näherzubringen.

Wer kann Astronaut/in werden?

Astronaut/in werden kann prinzipiell erst einmal jeder, der Staatsbürger eines Raumfahrt betreibenden Staates ist1. Für Europäer bedeutet dies, dass sie eine Karriere im Weltraum nur über die ESA anstreben können. Eine Laufbahn bei der weltbekannten NASA (National Aeronautics and Space Administration) ist daher nur für US-Staatsbürger möglich.

Interessierte europäische Bewerber können sich bei der ESA um die Ausbildung zum Astronauten oder zur Astronautin bewerben. Das Training findet dann unter anderem im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln statt. Momentan stellt die ESA allerdings keine neuen Astronaut/innen ein. Das letzte Auswahlverfahren fand 2008 statt2. Damals wurden von 8413 Bewerbern nur 6 angenommen, unter anderem Alexander Gerst3. Haben Sie den Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen, sind Sie bei der ESA angestellt. Wann es die nächsten Verfahren geben wird, hängt vor allem davon ab, wie alt die momentan aktiven Astronaut/innen sind und wann sie entsprechend ersetzt werden müssen. Das ideale Alter, um den Strapazen einer Weltraummission am besten gewachsen zu sein, liegt ca. zwischen 35 und 50 Jahren1. Sobald also wieder Bedarf besteht, wird die ESA neue Aufnahmeverfahren ankündigen, auf die Sie sich dann bewerben können. Zurzeit existiert allerdings keine Ankündigung darüber, wann dies sein wird.

Welche Voraussetzungen sind für den Beruf des Astronauten oder der Astronautin vonnöten?

Wer Astronaut/in werden möchte, hat einen langen Ausbildungsweg und diverse Auswahlverfahren vor sich. Der Beruf ist für viele ein Lebenstraum und die Konkurrenz gestaltet sich als dementsprechend hoch. Möchten Sie sich die bestmöglichen Chancen auf eine Karriere als Astronaut/in ausrechnen, so sollten Sie Ihre beruflichen Schritte sorgfältig planen.

Voraussetzung ist in jedem Fall eine akademische Ausbildung. Laut ESA müssen Sie einen Hochschulabschluss, beziehungsweise ein Äquivalent, in einem naturwissenschaftlichen Fach, wie zum Beispiel Physik, Biologie, Chemie oder Mathematik, in Medizin oder einer Ingenieurwissenschaft vorweisen. Weiterhin sollten Sie mindestens drei Jahre relevante Berufserfahrung oder Kompetenzen als Pilot/in vorweisen können2. Der Bedarf an Pilot/innen ist bei der ESA allerdings kaum noch vorhanden. Da nur Shuttle-Piloten, Commander und Sojus-Kommandanten, die in der Regel von US-Amerikanern oder Russen besetzt werden, eine derartige Ausbildung benötigen, ist eine Karriere als Europäer in diesem Bereich weniger wahrscheinlich1.

Welches Studium auch immer Sie mitbringen, Sie sollten zu den besten in Ihrem Fachbereich gehören. Es kann daher Sinn ergeben, die eigene Studienwahl nicht nur starr von den formalen Voraussetzungen der ESA abhängig zu machen, sondern auch von Ihren Neigungen und der Fähigkeit, auf dem gewählten Gebiet herausragende Leistungen zu erzielen. Ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik ist übrigens auch eine gute Basis für die Karriere als Astronaut/in, aber nicht, wie manch einer glaubt, Voraussetzung.

Ergänzend sei erwähnt, dass auch die Beherrschung der englischen Sprache, idealerweise noch einer weiteren, für die erfolgreiche Absolvierung des Bewerbungsprozesses notwendig ist. Zusätzlich werden Astronaut/innen in Ausbildung auch in Russisch unterrichtet, da dies neben Englisch eine der offiziellen Sprachen auf der ISS ist2.

Wurden Sie für die Ausbildung zum Astronauten oder zur Astronautin angenommen, so absolvieren Sie eine einjährige Grundausbildung, eine ebenfalls einjährige Aufbauausbildung sowie abschließend eine 18-monatige Increment-spezifische Ausbildung2.

Gesundheitliche Voraussetzungen

Neben einer fundierten akademischen Ausbildung spielen auch gesundheitliche Faktoren eine tragende Rolle. Das Leben in Schwerelosigkeit stellt enorme Anforderungen an die eigene körperliche Verfassung. Sie müssen sich daher im Rahmen Ihrer Bewerbung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen, in der unter anderem getestet wird, ob Sie Krankheiten, Drogen- oder Alkoholabhängigkeiten oder psychische Beeinträchtigungen aufweisen. Nur Bewerber/innen von bester mentaler und physischer Gesundheit haben Chancen auf Erfolg. Das bevorzugte Bewerbungsalter liegt zwischen 27 und 37 Jahren2.

In jedem Fall von Vorteil ist es, sich im Vorfeld sportlich zu betätigen, um eine gewisse Grundfitness zu erreichen. Dieser wird vor allem bei einem eventuellen Einsatz im Weltraum eine entscheidende Bedeutung zukommen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Astronaut/innen aus?

Ein Arbeitstag als Astronaut/in auf einer Raumfahrtmission dauert bei der ESA 12 Stunden und wird vom Kontrollzentrum auf der Erde akribisch geplant. Die tägliche Körperpflege findet durch Reinigungstücher statt. Duschen ist im Weltall nicht möglich. Auch die Mahlzeiten werden fest organisiert und bestehen aus spezieller Weltraumnahrung. Andere Alltagsvorgänge wie das Schlafen oder zur Toilette Gehen sind ebenfalls nicht wie auf Erden möglich.
Ein beachtlicher Teil der Arbeitszeit wird für Routineaufgaben wie Putzarbeiten und Reparaturen verwendet. Auch wissenschaftliche Experimente und die Kommunikation entsprechender Ergebnisse mit ESA-Mitarbeitern auf Erden sind Teil eines typischen Tages im All.

Für körperliches Training werden zum essenziellen Erhalt der allgemeinen Fitness täglich zwei Stunden eingeplant2.

Gehaltsaussichten

Das Gehalt, dass Sie als Astronaut/in erhalten werden, hängt natürlich maßgeblich vom eigenen Ausbildungsstand und der Einsatzposition ab. Zu Beginn der Karriere fällt es selbstredend niedriger aus als nach langjähriger Erfahrung.
In der Ausbildung bei der ESA können Anwärter/innen mit einem Gehalt von ca. 55.000 EUR pro Jahr rechnen4. Mit der Zeit kann der Verdienst dann auf bis zu 90.000 EUR, beziehungsweise als Kommandant/in einer Raumstation bis zu 110.000 EUR pro Jahr steigen5. Ein tatsächlicher Aufenthalt im All führt in jedem Fall zu einem Aufstieg in der Gehaltshierarchie.
Wer auch wissen will, was in anderen weltraumbezogenen Berufssparten verdient wird, kann sich im Internet über die entsprechenden Gehaltsklassen der ESA informieren.

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