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Wie kann man Autor/in werden?

Mit dem Schreiben eigener Geschichten Geld verdienen - davon träumen viele. Kaum eine andere Tätigkeit bietet so viel künstlerische Freiheit wie die Arbeit als Autor/in. Aber wie kann man Autor/in werden? Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen, wie sehen die Verdienstmöglichkeiten aus?

Studium und Ausbildung - Wie wird man Autor/in?

Die wenigsten Autoren und Autorinnen haben eine richtige Ausbildung in diesem Bereich. Dennoch gibt es die Möglichkeit, beispielsweise Kreatives Schreiben an Fernuniversitäten zu studieren. In den meisten Fällen haben sich Autoren und Autorinnen die Schreibkunst selbst angeeignet, oft schon im Kinder- und Jugendalter. Eine der wichtigsten Grundlagen ist: lesen, lesen, lesen, um somit den eigenen Schreibstil, die Grammatik und die Kreativität zu erweitern.

Autoren und Autorinnen arbeiten selbstständig

Der Beruf des Autors / der Autorin zählt zu den freiberuflichen Tätigkeiten und wird über die Künstlersozialkasse versichert. Angestellte Autoren gibt es selten.

Grundlagen für jeden Autor und jede Autorin

Kreativität

Ganz klar: ohne das nötige Einfallsreichtum entsteht weder eine Kurzgeschichte, noch ein ganzes Buch. Daher sollte der oder die Autor/in in der Lage sein, die eigene Fantasie in Worte umzuwandeln und wiederum zu Papier beziehungsweise auf den Bildschirm zu bringen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Schreibblockaden gehören dazu. Diese können auch mehrere Jahre anhalten, bis sich die Kreativität wieder vollends entfalten kann.

Disziplin

Eiserne Disziplin beim Schreiben ist unverzichtbar! Möchten Sie mit Schreiben Geld verdienen, müssen Sie in der Lage sein, sich selbst "beim Schopf zu packen" und diszipliniert arbeiten. Ein paar Zeilen heute und dann erstmal eine Weile nichts, da Zeit und Lust fehlen - das bringt Sie langfristig nicht ans Ziel. Insbesondere dann nicht, wenn Sie in Erwägung ziehen, vom Schreiben zu leben. Vor allem verlieren Sie auch zunehmend den Überblick, je länger der Text wird und umso seltener Sie schreiben.

Notizen und Hintergrundarbeit

Gerade bei einem Buch ist es wichtig, den Verlauf der Geschichte stets im Blick zu behalten. Selbst wenn die Handlung schon im Vorfeld klar ist, wird es passieren, dass Sie mit steigender Seitenzahl Handlungsstränge übersehen, verdrehen oder nicht abschließen. Das fällt den Lesern später auf und wird sie verwirren. Damit Sie beispielsweise bei Rand-Charakteren, Straßennahmen, Landschaften, Kleidung oder Ähnlichem nicht durcheinander geraten, sollten Sie sich konsequent Notizen machen. Auch Zeichnungen, Straßenkarten, Fotos von Orten, die Sie im Buch beschreiben, können helfen.1

Kritikfähigkeit und Durchhaltevermögen

Wenn Sie anstreben, ein Buch bei einem Verlag zu veröffentlichen, müssen Sie eine überdurchschnittliche Kritikfähigkeit mitbringen. Nicht nur der Verlag selbst wird Ihr Werk zerlegen, auch die Kritiker nach der Veröffentlichung werden es tun. Allen können Sie es nicht recht machen, dennoch sollten Sie konstruktive Kritik nicht völlig ignorieren. Vielleicht können Sie Ihren Schreibstil verbessern oder die Handlungsstränge detaillierter ausarbeiten.

Das Buch ist fertig - So geht es weiter!

Haben Sie Ihr Buch fertig geschrieben und korrigiert, können Sie sich auf die Suche nach einem Verlag machen. Informieren Sie sich ausführlich, welche Genres der jeweilige Verlag vertritt und ob Ihr Buch in das Konzept hinein passt.

Damit die Chance höher ist, dass Ihr Buch tatsächlich veröffentlicht wird, sollten Sie mehrere Verlage kontaktieren. Das ganze Buch müssen Sie nicht einschicken, zunächst genügt eine kurze Leseprobe oder ein Kapitel, damit sich der Verlag ein Bild von Ihrem Buch machen kann. Ein Exposé, in dem Sie sich und die Geschichte kurz vorstellen, also eine Art Bewerbungsschreiben, gehört ebenfalls dazu.1

Darüber hinaus können Sie das Buch unabhängig von einem Verlag drucken lassen. Dann müssen Sie aber allein für die Vermarktung sorgen und den Druck selbst finanzieren.

Nur Absagen von den Verlagen... und jetzt?

Selten wird die Geschichte beim ersten Verlag angenommen. Bis aus dem Manuskript tatsächlich ein gedrucktes Exemplar wird, vergehen Monate bis Jahre. Wer nicht kritikfähig ist oder sich bei einer oder mehreren Absagen aus der Bahn werfen lässt, ist für diesen Beruf nicht geeignet.

Der Grund, warum zukünftige Autor/innen mit vielen Absagen rechnen müssen, liegt an der enormen Konkurrenz. Viele Menschen schreiben sehr gerne und reichen ihre Werke ebenfalls bei den Verlagen ein. So erhält jeder Verlag pro Jahr oft mehrere hundert Leseproben. Allein im Jahr 2018 wurden bei deutschen Verlagen über 71.000 Neuerscheinungen veröffentlicht. Einsendungen gab es deutlich mehr.2

Die erste Hürde, überhaupt das Interesse eines Verlages zu wecken, meistern nur die wenigsten Autoren und Autorinnen. Bis zu 98 Prozent der Einsendungen werden nicht veröffentlicht und abgelehnt. Aufgrund der Flut von Anfragen müssen Verlage sehr kritisch vorgehen und konsequent aussortieren. Was sich nicht deutlich von anderen Werken abhebt oder nur minimal nicht ins Verlagskonzept passt, wird ausgemustert. Und letzten Endes ist nicht nur die Geschichte selbst entscheidend, sondern genauso Schreibstil und Grammatik.3

Allerdings muss eine Absage nicht bedeuten, dass Ihr Werk schlechter als das eines anderen Autors oder einer anderen Autorin ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verlag gerade ein ähnliches Schriftstück erhalten hat, ist aufgrund der Vielzahl an Einsendungen recht hoch.1

Kann man von der Arbeit als Autor/in leben?

Diese Frage werden die meisten Autoren und Autorinnen wohl mit "nein" beantworten müssen. Es sei denn, Sie schreiben einen richtigen Bestseller, der millionenfach verkauft wird.

Autoren und Autorinnen üben ihre Schreibtätigkeit oft als Nebenjob oder nur als Hobby aus. Durchschnittlich verdienen Autor/innen pro veröffentlichtem Buch laut Künstlersozialkasse etwa 13.000 Euro.3

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