Wie sieht das ideale Motivationsschreiben aus?

Manchmal reichen ein nahtloser Lebenslauf und ein einwandfreies Bewerbungsschreiben nicht aus, um dem gewünschten Unternehmen all Ihre Vorzüge und Qualifikationen als Arbeitnehmer aufzuzeigen. Die besten Qualifikationen und Kenntnisse haben wenig Aussagekraft, wenn Ihre Motivation, ihre Beweggründe, nicht erkennbar sind. Warum bewerben Sie sich auf genau diese Stelle? Bei genau diesem Unternehmen? Das sollte Ihnen klar sein.

Im Motivationsschreiben rückt Ihre Persönlichkeit in den Vordergrund. Sie können private Interessen oder Hobbies herausstellen und Ihre Beweggründe nennen, weshalb Sie sich für diese Stelle bewerben. Aber Achtung! Diese Angaben sollten immer zum grundsätzlichen Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle passen. Ein Unternehmen, das einen aktiven Mitarbeiter für den Kundenservice sucht, wird es kaum interessieren, dass Sie gerne und viel lesen. Wohl aber, dass Sie in der Hauptsaison im benachbarten Gasthof aushelfen oder im Feriencamp einmal die Kinderbetreuung übernommen haben. Auch ehrenamtliches Engagement können Sie hier anführen, wenn es Ihre Motivation unterstreicht und zur ausgeschriebenen Stelle und zum Unternehmen passt.

Definition Motivation

Was bedeutet Motivation eigentlich?

Das Wort Motivation fand 1967 seinen ersten Einzug in den deutschen Rechtschreibduden. Synonyme sind Antrieb, Anreiz, Ansporn, Grund oder Veranlassung1 . Die Bezeichnung Motivation wird auf das lateinische Verb movere (bewegen, antreiben) zurückgeführt und meint die Summe aller Motive und Beweggründe, die bei Menschen und Tieren ein bestimmtes Verhalten zu einem konkreten Zeitpunkt einleiten, fortführen oder beenden.

Unsere Motivation ist also unser Warum, unser Antrieb, unsere Triebfeder.

Unterschied Motivationsschreiben und Anschreiben/Bewerbungsschreiben

Obwohl die Begriffe oft gleichbedeutend verwendet werden, gibt es Unterschiede.

Das Bewerbungsschreiben oder auch Anschreiben ist eine kurze Vorstellung Ihrer Person, Ihrer Qualifikationen und Kenntnisse. Es stellt in aller Kürze die Verbindung zwischen der ausgeschriebenen Stelle, Ihren Qualifikationen und Ihrer Motivation her.

Im Motivationsschreiben können Sie ausführlich auf Ihre Beweggründe und persönlichen Ziele eingehen, welche für gewöhnlich im Lebenslauf keinen Platz finden. Sie können hier neben einigen prägnanten Fachkenntnissen eine kurze Übersicht über Ihre Erfahrungen, Stärken und Soft Skills geben, welche für die Stelle relevant sind. Passende Lebensbereiche und Motivationen werden hervorgehoben und bilden ein gutes Argument, warum Sie am geeignetsten für die Stelle sind.

Das Motivationsschreiben gibt dem Personalverantwortlichen und dem Unternehmen eine kurze Zusammenfassung Ihrer Stärken und soll ein erstes Bild Ihrer Person schaffen, ohne Sie persönlich gesprochen oder getroffen zu haben. Dies geschieht über den Transport von Emotionen.

Unterschied Motivationsschreiben und Qualifikationsprofil

Es gibt weder für das Qualifikationsprofil noch für das Motivationsschreiben eine vorgeschriebene Struktur.

Der wesentliche Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass ein Qualifikationsprofil, auch Kompetenzprofil genannt, Ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen noch einmal deutlich aufführt – und zwar in Stichpunkten.

Ein Motivationsschreiben wird immer als Fließtext verfasst und enthält Ihre persönlichen Interessen und Beweggründe, warum Sie sich für die Stelle bewerben und am geeignetsten sind. Ein Motivationsschreiben vermittelt einen eher emotionaelen, persönlichen Eindruck des Bewerbers über seine fachlichen Kompetenzen hinaus.

Was ist nun die Dritte Seite in einer Bewerbung?

Allgemein besteht eine Bewerbung aus einem Anschreiben und einem Lebenslauf. Im Anhang finden sich Zeugnisse und andere relevante Unterlagen wie Kurse, Zertifikate, Workshops, Arbeitsproben oder Empfehlungsschreiben.

Die Idee, ein Motivationsschreiben zu verfassen, stammt aus den USA. Dort ist es eher unüblich, der Bewerbung ein Anschreiben beizufügen. Deshalb stellten sich Bewerber dem potentiellen Arbeitgeber mit einem Motivationsschreiben vor2. Im Europäischen Raum enthält die Bewerbung immer ein Anschreiben, weshalb ein zusätzliches Motivationsschreiben grundsätzlich nicht von Nöten ist, aber auch nicht schadet. Es stellt neben Anschreiben und Lebenslauf die dritte Seite in der Bewerbung dar. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass inzwischen jede zusätzliche Seite nach Anschreiben und Lebenslauf, die der Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern dient, Dritte Seite genannt wird.

Gründe für ein Motivationsschreiben

1. Es wird ausdrücklich verlangt

Wenn es ausdrücklich verlangt wird, sollten Sie immer ein Motivationsschreiben verfassen. Sollten Sie keines in Ihrer Bewerbung mitschicken, könnte das bereits das Aus bedeuten, noch bevor der Personalverantwortliche Ihre Bewerbung liest. Gerade bei einer hohen Bewerberzahl kommt dies häufiger vor, da die Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen nicht erfüllt sind.

In Ihrem Anschreiben halten Sie den Absatz zu Ihrer Motivation dann nur sehr kurz, 2-3 Sätze genügen. Eine strukturierte Zusammenfassung Ihrer Beweggründe erstellen Sie mit Ihrem Motivationsschreiben.

2. Sie möchten sich von anderen Bewerbern abheben

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Lebenslauf reicht nicht aus, um Ihre besondere Eignung für die ausgeschriebene Stelle zu zeigen, macht ein Motivationsschreiben durchaus Sinn. Sie können Ihre Beweggründe noch einmal darstellen und mit ganz persönlichen Pluspunkten untermauern. Der Mehrwert für das Unternehmen, Sie für die zu besetzende Stelle auszuwählen, muss deutlich erkennbar sein. Sie müssen dem Personalverantwortlichen das Gefühl vermitteln, dass nur Sie die richtige Wahl sein können. Vor allem, wenn es sich um eine Stelle mit einer hohen Zahl an Bewerbern handelt und der Konkurrenzdruck entsprechend hoch ist, kann Ihr Motivationsschreiben Ihr ganz persönliches Ass im Ärmel sein.

3. Emotionale Wirkung verstärken

Ihnen fehlen geforderte Kenntnisse für die ausgeschriebene Stelle?
Sie möchten einen beruflichen Neuanfang oder über einen Quereinstieg in ein ganz neues Berufsfeld?
Sie waren lange Zeit nicht arbeitstätig?
In diesen Fällen ist ein Motivationsschreiben ein Muss, um Sie als Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Oft geben Unternehmen dem Bewerber mit einer starken Motivation und einem herausragenden Willen den Vorzug vor demjenigen, der die passenderen Kenntnisse hat.

4. Führungspositionen

Bei einer Bewerbung um eine Führungsposition ist es durchaus üblich, ein Motivationsschreiben mitzusenden. Diese Stellen werden von Unternehmen mit äußerster Sorgfalt besetzt und durchlaufen meist einen streng durchdachten Auswahlprozess. Senden Sie von Vornherein die richtigen Signale. Ihr Ziel muss die Einladung zum Gespräch sein. Ein optimal verfasstes Motivationsschreiben ist in diesem Fall Ihr Türöffner.

Grundsätzlich gilt, ein Motivationsschreiben sollten Sie nur mitschicken, wenn es für den Personalverantwortlichen zusätzliche und vor allem nützliche Informationen enthält, Sie hinsichtlich der zu besetzenden Stelle zu bewerten. Informationen, die bereits im Lebenslauf oder Anschreiben genannt wurden, sollen hier nicht noch einmal erwähnt werden. Im Optimalfall ergänzen sich alle Dokumente Ihrer Bewerbung. Achten Sie auch darauf, dass es keine inhaltlichen Widersprüche gibt.

5. Kreativbranche und Sozialer Bereich

Gerade in diesen Bereichen sind breit gefächerte oder spezielle Soft Skills gefragt und erwünscht. Hier ist eine umfassende Bewertung der Bewerbung ohne ein Motivationsschreiben quasi kaum möglich. Bewerben Sie Ihre eigene Persönlichkeit, ohne zu sehr zu übertreiben. Der Personaler muss Sie durch Ihre Ausführungen und Darstellungen in Gedanken bereits in sein Team aufnehmen.

Arten von Motivationsschreiben

Es gibt einige Unterschiede, die Sie beim Verfassen Ihres Motivationsschreibens beachten sollten.
Fragen Sie sich im ersten Schritt, worauf Sie sich bewerben.

1. Ausbildungsplatz

Nach dem Schulabschluss kommen viele das erste Mal mit einer Bewerbung in Berührung. Allein aus Ihrem Lebenslauf lässt sich vermutlich noch nicht sehr viel herauslesen. Umso wichtiger ist hier Ihr Motivationsschreiben, welches die Hintergründe Ihrer Berufswahl näher beleuchtet und dem Ausbildungsbetrieb einen Gesamteindruck von Ihnen vermittelt.

Zeigen Sie mit Ihrem Motivationsschreiben, dass Sie sich mit dem Berufsbild und dem Ausbildungsbetrieb intensiv beschäftigt haben.

2. Studienplatz

Für Studiengänge mit Zulassungsbeschränkung muss man sich um einen Studienplatz bewerben. Hochschulen haben oftmals Vorgaben für das Motivationsschreiben, welches 1-2 DIN A4 Seiten umfassen sollte.

Zeigen Sie hauptsächlich, warum Sie sich für diesen Studiengang entschieden haben und ob Sie möglicherweise bereits Ihre gewünschten Studienschwerpunkte kennen. Warum wollen Sie an genau dieser Hochschule studieren?

3. Stipendium

Stiftungen, welche Stipendien vergeben, haben oft klare Vorstellungen von den Hard und Soft Skills der Bewerber. Lesen Sie sich am besten im Vorfeld über die Seiten der Stiftung ausreichend ein. Identifizieren Sie sich mit dem Stipendiengeber. Den finanziellen Aspekt sollten Sie nicht allzu sehr in den Vordergrund stellen. Gehen Sie besser auf Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten ein. Auch hier darf das Motivationsschreiben maximal 2 DIN A4 Seiten umfassen. Viele Stipendiengeber wollen darüber hinaus einen ausformulierten Lebenslauf sehen.

4. Auslandssemester

Das Motivationsschreiben für ein Auslandssemester ähnelt dem für ein Stipendium, da Organisation und Finanzierung des Auslandssemesters ausschließlich über Stiftungen und Austausch-Programme stattfindet. Auch hier sollten Sie sich im Vorfeld über die Anforderungen informieren.

5. Praktikum

Motivationsschreiben für ein Praktikum sind eher unüblich. Trotzdem können Sie sich damit neben anderen Bewerbern hervorheben, wenn Sie Ihre Stärken und Kompetenzen herausragend kommunizieren. Sie können sich an den Hinweisen des Motivationsschreibens für eine Ausbildung orientieren.

6. Stellenangebot

Hier sind Motivationsschreiben durchaus verbreitet. Das Stellenangebot enthält bereits Anforderungen, auf welche Sie mit Ihren ganz persönlichen Stärken reagieren können. Identifizieren Sie sich mit dem Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle. Zeigen Sie auf, warum genau Sie die richtige Besetzung sind.

7. Initiativbewerbung

Hier gibt es keine ausgeschriebene Stelle, auf die Sie sich bewerben. Unternehmen sind immer offen für gute Bewerbungen, die Ihnen die besten Mitarbeiter bringen können. Bereits mit dem Einstieg müssen Sie das Interesse des Personalverantwortlichen geweckt haben. Nennen Sie auf alle Fälle Ihre aktuelle Position und den Grund für Ihre Initiativbewerbung. Erklären Sie, warum Sie bei diesem Unternehmen arbeiten möchten und welche Vorteile das Unternehmen von Ihnen als Mitarbeiter haben kann.

Struktur des Motivationsschreibens

Ein unsortiertes Motivationsschreiben ohne roten Faden macht keinen besonders professionellen Eindruck. Chronologisch durcheinander gewürfelte Angaben, zu viele Interessen und Hobbies oder Wiederholungen erwecken eher den Eindruck, als wüssten Sie nicht, was Sie wollen.

Verinnerlichen Sie sich noch einmal, worauf Sie sich bewerben. Welche Art von Motivationsschreiben brauchen Sie? Was ist Ihr Warum? Was sind Ihre Ziele? Warum soll es ausgerechnet diese Stelle sein? Schreiben Sie zunächst alles auf, was Ihnen dazu in den Sinn kommt, ohne eine Reihenfolge zu beachten. Verwenden Sie Stichpunkte.

Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Welche praktischen Erfahrungen haben Sie schon gesammelt? Was haben Sie dadurch gelernt?
  • Wofür brennen Sie? Was könnten Sie immer wieder tun, ohne müde zu werden?
  • Welche fachlichen Kenntnisse oder Fähigkeiten schätzen andere an Ihnen? Welche Eigenschaften?
  • Welche Anforderungen aus der Stellenbeschreibung erfüllen Sie und warum?
  • Wie sehen Ihre weiteren beruflichen Pläne für die Zukunft aus? Wie kann Ihnen diese Stelle / dieses Unternehmen dabei helfen?
  • Warum möchten Sie unbedingt in diesem Unternehmen arbeiten? Was möchten Sie dort erreichen? Warum profitiert das Unternehmen von Ihnen?
  • Warum bin ich für die Stelle die/der einzig Wahre?

Jetzt beginnen Sie zu sortieren. Wählen Sie 2-3 Anforderungen der Stellenausschreibung, zu denen Sie optimale Stärken besitzen. Stellen Sie diesen nun Ihre Stichpunkte passend gegenüber. Welcher Ihrer Stichpunkte macht am besten deutlich, dass Sie für diesen Anforderungspunkt besondere Stärken mitbringen? Vielleicht sind es auch mehrere, umso besser.

Format & Layout des Motivationsschreibens

Egal ob Sie Ihre Bewerbung ausgedruckt per Post, digital als E-Mail oder via Online-Bewerbungstool einreichen, sie muss in allen Bestandteilen ein rundes Bild geben. Das Layout (z. B. Schriftarten und -größen, Farben, Seitenränder, Hintergrundbilder, Kopf- und Fußzeilen) sowie Ihre Kontaktdaten sollen auf jeder Seite der Bewerbung gleich sein und zeigen optimalerweise ein ganz individuelles Bild von Ihnen, welches allein durch den Stil im Gedächtnis des Personalers bleibt. Gemeint sind hier Deckblatt, Anschreiben/Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Ihr Motivationsschreiben und/oder Qualifikationsprofil.

Auf das Layout von Anlagen wie Zeugnisse, Zertifikate oder Referenzen haben Sie kaum Einfluss. Diese können und dürfen von Ihrem eigenen Stil abweichen.

Das Motivationsschreiben wird mit Ihrer Unterschrift versehen. Bei digitalen Bewerbungen drucken Sie das Dokument aus, setzen Ihre Unterschrift darunter und scannen es wieder ein. Vorzugsweise scannen Sie nur Ihre Unterschrift einmal ein, speichern Sie in Ihrem Bewerbungsordner[^HT12] ab und fügen diese als Bild in Ihr Motivationsschreiben ein. Bitte beachten Sie, dass sämtliche Dokumente im PDF-Format gespeichert werden, nicht als Bilddatei (jpeg, jpg, tif, png).

Inhalt des Motivationsschreibens

Es gibt keine vorgegebenen Strukturen, Formate und Inhaltsangaben für ein Motivationsschreiben. Es sollte jedoch folgende Punkte behandeln, um dem Personaler einen guten Eindruck Ihrer Persönlichkeit zu vermitteln.

  1. Ihre fachlichen Kompetenzen, die Hard Skills.
    Hard Skills sind alle Qualifikationen, die Sie durch Berufs- und Studienabschlüsse, Fort- und Weiterbildungen und Erfahrungen im Berufsleben erworben haben. Auch besondere Kenntnisse im technischen, kaufmännischen oder IT-Bereich zählen dazu.

  2. Ihre persönlichen Stärken und Eigenschaften, die Soft Skills.
    Soft Skills meinen Ihre persönlichen Eigenschaften, Verhaltensweisen und Charakterzüge, wie z. B. Kommunikations- und Organisationsfähigkeit, Zeit- und Konfliktmanagement, Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und Kritiktoleranz.

  3. Verbindung mit dem Unternehmen und Ihrem potenziellen Arbeitgeber.
    Was fasziniert Sie an diesem Unternehmen? Warum möchten Sie unbedingt dort arbeiten? Schauen Sie sich auch auf den Webseiten Ihres potenziellen Arbeitgebers um und finden Sie Gemeinsamkeiten, die Sie in Ihrem Motivationsschreiben herausstellen können. Übertreiben Sie dabei aber nicht oder verfallen sogar in Schwärmerei. Wählen Sie nur Argumente, die Sie gut begründen können.

  4. Ihre Ziele (beruflich und privat) und Werte.
    Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie? Wo möchten Sie in fünf oder zehn Jahren stehen? Wie kann Ihnen die ausgeschriebene Stelle dabei helfen? Schaffen Sie eine Verbindung zum Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben. Zeigen Sie Möglichkeiten auf, wie Sie beide von Ihren Zielsetzungen profitieren können.
    Sie können und sollen auch Ihre privaten Ziele erwähnen, sofern Sie sich mit dem Inhalt des Motivationsschreibens decken. Welche Werte vertreten Sie? Wie passen diese zu dem Unternehmen, zu Ihrem potentiellen Arbeitgeber?

  5. Relevante Erfahrungen und Fähigkeiten
    Hier können Sie Ihre persönlichen und fachlichen Stärken in den Vordergrund stellen. Was macht Sie aus? Was macht Sie besonders? Warum hat man Sie gern als Kollegen.
    Seien Sie dabei so individuell wie nur möglich, denn kein Personaler liest gerne zum x-ten Mal, dass jemand besonders teamfähig, belastbar und kommunikationsstark handele und ein Organisationstalent sei. Arbeiten Sie mit Beispielen aus Ihrem Berufs- und Privatleben, die zur ausgeschriebenen Stelle passen und Ihre Eignung nicht nur bestätigen, sondern untermauern.

  6. Ihr soziales Engagement.
    Ihre Bereitschaft, auf Mitmenschen zuzugehen und ganz uneigennützig zum Wohle der Gemeinschaft zu helfen, beeindruckt jeden Personaler. Es zeigt, dass Sie bei Bedarf Ihre eigenen Interessen zurückstellen können und gerne bereit sind, zusätzliche Mühen und Anstrengungen zum Wohle Aller auf sich zu nehmen, eben auch zum Wohle des Teams und des gesamten Unternehmens. Achten Sie bitte nur darauf, dass sich Ihr soziales Engagement möglichst mit den Projekten und Werten des Unternehmens deckt oder ihnen zumindest sehr nahekommt.

Aufbau des Motivationsschreibens

Rein formal ist das Motivationsschreiben wie folgt aufgebaut:

Der Briefkopf

Hier befinden sich Ihre Kontaktdaten wie Name, Adresse, Telefon und E-Mail. Das Layout des Briefkopfes sollte sich in all Ihren Bewerbungsdokumenten wiederfinden, um ein rundes Bild zu geben. So erwecken Sie auch gleich den Eindruck einer sehr professionellen Persönlichkeit, die sich mit der zu besetzende Stelle und dem Unternehmen beschäftigt hat und ihre der Bewerbung ihre volle Aufmerksamkeit widmet.

Datum

Das Datum befindet sich rechtsbündig am Rand.

Empfängeradresse

Bei Ihrem Motivationsschreiben können Sie, anders als bei allen anderen individuellen Bestandteilen der Bewerbung, auf die Empfängeradresse verzichten. Sollten Ihnen der Ansprechpartner im Unternehmen bekannt sein, sprechen Sie ihn mit Ihrer Grußformel persönlich an.

Überschrift

Geben Sie Ihrem Motivationsschreiben eine Überschrift, die neugierig macht und zum Weiterlesen animiert. Sie sollte den gesamten Inhalt Ihres Motivationsschreibens in einem Satz widerspiegeln und die Kernaussagen Ihrer Persönlichkeit und Motivation zusammenfassen. Sie können die Überschrift auch als Frage formulieren.

Eine Überschrift könnten lauten:

  • Was mich auszeichnet.
  • Meine Talente und Erfahrungen.
  • Wer bin ich.
  • Warum ich?

Lassen Sie Ihre Fantasie spielen und seien Sie kreativ, vielleicht sogar witzig, wenn es passt. Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers. Was würde sofort Ihr Interesse wecken?

Einleitung

In der Einleitung müssen Sie ohne lange Erklärungen oder Umschweife gleich zur Sache kommen. Der erste Satz muss Neugier beim Personalverantwortlichen wecken und eine Verbindung zum Unternehmen schaffen. Verzichten Sie auf Floskeln wie „deshalb bewerbe ich mich“ oder „hat sofort mein Interesse geweckt“. Das kennen Personaler zur Genüge und langweilt sie womöglich. Seien sie einzigartig, aber übertreiben Sie nicht.

Hauptteil

Hier bringen Sie Ihre für die Stelle relevanten Hard und Soft Skills zum Ausdruck und verleihen Ihren Zielen und Werten Aussagekraft. Schildern Sie vielleicht eine Episode aus Ihrem Leben, die Ihre Entwicklung zeigt und Ihre Entscheidung begründet. Oder erzählen Sie dem Personaler von Ihrer Entwicklung, welche Ihren Berufswunsch geprägt hat, z. B. Bereits als Kind habe ich ... Oder: Seit ich ... als Schulfach habe, steht mein Berufswunsch fest. Seien Sie kreativ. Menschen fühlen und denken hauptsächlich in visueller Sprache.

Im Hauptteil finden auch Ihre persönlichen und fachlichen Erfahrungen und Kenntnisse Platz. Was sind Ihre Stärken? Was mögen Freunde und Kollegen in der Zusammenarbeit mit Ihnen am meisten?

Das Gute im Menschen hat einen hohen Stellenwert und wird mit besonderer Beachtung gewürdigt. Stellen Sie hier auch Ihr soziales Engagement heraus. Kurz, prägnant und beeindruckend.

Schluss

Bleiben Sie dem Stil Ihrer vorangegangenen Formulierungen treu. Haben Sie Ihre Motivation und Beweggründe zuvor selbstbewusst und voller Überzeugung formuliert, sollten Sie im gleichen Stil Ihre Schlussworte finden.

Seien Sie freundlich, vermeiden Sie dabei jedoch überladene Formulierungen. Stellen Sie Ihr Licht aber auch nicht unter den Scheffel. Sie kennen Ihren Wert und sollten es in Ihren Schlussworten auch genauso vermitteln.

Vermeiden Sie dabei den Konjunktiv. Formulieren Sie besser Sätze wie:

  • In einem persönlichen Gespräch lassen sich die Dinge für gewöhnlich besser besprechen.
  • Ich freue mich, Sie persönlich kennenzulernen.
  • Gern erzähle ich Ihnen mehr in einem persönlichen Gespräch.

Verweisen Sie auch auf verschiedene Möglichkeiten eines persönliches Kennenlerngespräch via Telefon, Video oder direkt im Unternehmen. Bieten Sie evtl. sogar einen Probearbeitstag an.

Grußformel und Unterschrift

Bedanken Sie sich immer für die Aufmerksamkeit und das Interesse des Lesers.

Standardisierte Grußformeln mögen langweilig sein, sind aber in einer Bewerbung immer noch die beste Wahl. Ein klassisches Mit freundlichen Grüßen hinterlässt immer einen guten Eindruck. Achtung! Hinter der Grußformel am Ende des Briefes oder der E-Mail kommt kein Satzzeichen3, auch kein Komma.

Alle Dokumente einer Bewerbung werden immer mit einem blauen Füller oder Kugelschreiber unterschrieben, egal ob Sie sie im Original per Post versenden oder per E-Mail.

Korrekturlesen lassen

Es ist immer möglich, dass Ihnen trotz aller Bemühungen kleinste Fehler in der Orthographie oder Grammatik passieren. Lassen Sie deshalb Ihr Motivationsschreiben immer von Freunden oder Mitgliedern Ihrer Familie gegenlesen und auf Lesefluss und Stimmigkeit prüfen.

Bitte denken Sie daran. Ihre Bewerbung ist das Erste, was ein potenzieller Arbeitgeber von Ihnen zu lesen bekommt. Es ist der erste Eindruck, den er von Ihnen bekommt, ohne Sie vorher persönlich gesehen oder gesprochen zu haben. Legen Sie deshalb äußerste Sorgfalt in Ihre gesamte Bewerbung.