Wie sieht das ideale Qualifikationsprofil aus?

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Was ist ein Qualifikationsprofil und wie setze ich es ein?

Ein Qualifikationsprofil ist neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf immer dann hilfreich, wenn Sie Ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen noch einmal deutlich in einer Art Kurzprofil herausstellen möchten. Jedes Unternehmen entwirft ein Anforderungsprofil für eine ausgeschriebene Stelle. Welche Qualifikationen und Kompetenzen muss der Bewerber mindestens mitbringen. Für die Entscheidung spielen aber auch Charaktereigenschaften, Wesenszüge oder Interessen des Bewerbers eine Rolle. Der neue Mitarbeiter soll ja bestmöglich zum Unternehmen passen.

Grundsätzlich sollten Sie jedoch überdenken, ob ein Kurzprofil wirklich Sinn macht. Sofern alle relevanten Informationen in Ihrem Anschreiben und Lebenslauf Platz finden und nicht weiter erklärt werden müssen, sollten Sie darauf verzichten. Für einen Personaler bedeutet es einen zusätzlichen Aufwand, eine weitere Seite zu lesen. Enthält diese keine nennenswert neuen oder andere Informationen als in Anschreiben und Lebenslauf bereits vorhanden, könnte das dazu führen, dass er genervt reagiert und Ihre Bewerbung möglicherweise abgelehnt wird.

Wann macht ein Qualifikationsprofil Sinn?

Sind Sie Berufseinsteiger oder bewerben sich um einen Ausbildungsplatz, kann das Kurzprofil sehr hilfreich sein.

  • Sie können Ihre Beweggründe, sich zu bewerben, noch einmal darlegen. Warum glauben Sie, sind genau Sie die optimale Besetzung für die ausgeschriebene Stelle?
  • Sie können Interessen oder Hobbies herausstellen, die auf die ausgeschriebene Stelle passen. Das macht vor allem Sinn, wenn Ihnen noch Qualifikationen fehlen.
  • Warum interessiert Sie die Branche, das Unternehmen oder die ausgeschriebene Stelle? Begründen Sie es überzeugend.

Auch für Quereinsteiger ist ein Kurzprofil eine sehr gute Möglichkeit, sich vorzustellen - wenn nicht sogar eine der besten. Quereinsteigern fehlen häufig die nötigen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle, trotzdem können sie eine gute Wahl für das Unternehmen bedeuten. Der Personaler muss es nur erkennen, und zwar weil Sie es ihm glaubhaft vermitteln.

Von einem Qualifikationsprofil sollten Sie Abstand nehmen, wenn Sie bereits alle relevanten Informationen in Ihrem Anschreiben und Lebenslauf untergebracht haben. Gerade erfahrene Arbeits- oder Führungskräfte könnten damit ihre Bewerbung unbewusst abwerten.

Wie ist das Qualifikationsprofil aufgebaut?

Es gibt keine klar festgeschriebenen Regeln für den Aufbau eines Qualifikationsprofils. Es soll sich jedoch harmonisch in die Gesamtbewerbung einfügen.

Sie können z.B. die einzelnen Anforderungen der ausgeschriebenen Position hernehmen und diesen Ihre Berufstätigkeiten, Aus- und Fortbildungen geschickt gegenüberstellen. Aus einem chronologisch und sachlich gegliederten Lebenslauf müsste sich der Personaler diese Informationen erst mühsam herausziehen, was einen Mehraufwand für ihn bedeutet.

Sollten Ihnen entsprechende Qualifikationen noch fehlen (Ausbildungs- oder Berufsstart) oder vorhandene nicht ganz passend für die Bewerbung sein (Quereinstieg, berufliche Umorientierung), erwähnen Sie Ihre ganz persönlichen Erfahrungen, Interessen und Skills. Diese sollten Sie optimal auf die ausgeschriebene Stelle bezogen formulieren.

Dabei können Ihnen einfache Fragestellungen bei der Ausformulierung helfen:

  • Was fasziniert mich an dieser Tätigkeit, diesem Unternehmen, dieser Stelle?
  • Was hat mich als Erstes direkt angesprochen und mein Interesse geweckt? Welche Formulierung? Welche Aufgaben? Welche Möglichkeiten?
  • Worin fühle ich mich sicher? Was kann ich besonders gut?
  • Was würde ich gerne noch besser können? Was sind meine Ziele?
  • Wofür loben mich meine Familie, Freunde, Kollegen, Mitschüler, Nachbarn, Trainer etc.?
  • Welche Interessen und Hobbies habe ich?

Ihre Motivation muss klar zu erkennen sein. Überzeugen Sie den Personaler davon, dass Sie der/die Richtige sind. Bitte verwechseln Sie das Qualifikationsprofil jedoch nicht mit dem Motivationsschreiben. Dieses wird als Fließtext verfasst und soll die Hintergründe Ihrer Bewerbung näher beleuchten, wogegen das Qualifikationsprofil Fakten enthält und auch mit Hilfe von Stichpunkten verfasst werden kann.

An welcher Stelle der Bewerbungsmappe kommt das Qualifikationsprofil?

Üblicherweise wird das Qualifikationsprofil nach Ihrem Anschreiben und Ihrem Lebenslauf als Zusatz verfasst und deshalb oft die Dritte Seite der Bewerbung genannt. Es kommt in der Bewerbungsmappe vor den Zeugnissen und anderen Anhängen. Vergessen Sie bitte nicht, es als Anlage zu erwähnen.

Es soll auf den ersten Blick zu erkennen sein, dass Sie wichtige Informationen bereitstellen, die für den Personaler bei seiner Entscheidung von Bedeutung sind. Es soll sich in Format und Gestaltung dem Anschreiben und dem Lebenslauf anpassen und sich in den Lesefluss einfügen.

Wie gestalte ich das Qualifikationsprofil?

Das Qualifikationsprofil enthält die gleiche Absenderzeile oder Kopfzeile wie in Anschreiben und Lebenslauf. Manchmal lesen sich Personaler tatsächlich nur die Dritte Seite durch, dann sollten Ihre Kontaktangaben vollständig sein.

Verwenden Sie eine Überschrift und eine kurze Einleitung, die neugierig machen - z.B.:

  • "Was für mich spricht"
  • "Das habe ich zu bieten"
  • "Über mich"
  • "Was für Sie wichtig sein könnte"

Oder etwas kreativer und lockerer, abhängig von der ausgeschriebenen Position und dem Unternehmen:

  • "Warum ich die beste Wahl bin"
  • "Warum Sie sich für mich entscheiden sollten"
  • "Warum Sie mich einstellen sollten"
  • "Eine kleine Entscheidungshilfe"

Der Hauptteil sollte nicht zu lang sein und ganz klar unterstreichen, warum Sie die beste Wahl für diese Stelle sind. Arbeiten Sie 2-3 Hauptmerkmale aus und beleuchten Sie diese. Vermeiden Sie dabei Dopplungen und Wiederholungen, die Sie vielleicht schon in Anschreiben oder Lebenslauf verwendet haben. Sie können auch Ihren Sprachstil anpassen und unterhaltsam oder witzig sein. Mit Ihrem Qualifikationsprofil sollten Sie auf alle Fälle im positiven Gedächtnis des Personalers bleiben. Aber denken Sie daran, in der Kürze liegt die Kraft.

Den Abschluss bilden Angaben zu Ort, Datum und Ihre Unterschrift.