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Wie kann man YouTuber/in werden?

Gerade in den letzten Jahren ist YouTuber/in ein Beruf, der häufig angestrebt wird. Darunter fallen unter anderem Let's Player, Blogger, Journalisten und Comedians, die für die Veröffentlichung ihrer Arbeit hauptsächlich die Plattform YouTube verwenden.

Was ist eigentlich ein/e YouTuber/in?

Der Begriff "YouTuber/in" ist nicht geschützt und im Prinzip kann sich jeder so nennen. Daher gibt es auch keine Zugangsbeschränkungen. Eine Ausbildung oder ähnliches gibt es nicht und viele berühmte YouTuber/innen haben ursprünglich etwas ganz anderes gelernt. PewDiePie, lange Zeit einer der größten YouTuber/in der Welt, war vor seiner Karriere Student der Wirtschaftswissenschaften1 und Casey Neistat schrubbte das Geschirr in einem Seafood-Restaurant2. Das heißt aber nicht, dass man keine besonderen Fähigkeiten bräuchte, um mit seinen Videos erfolgreich zu sein. Im Gegenteil: Nicht nur der Inhalt muss stimmen, sondern auch die Qualität. Die Videos müssen geschnitten und mit Effekten, Texten und Grafiken versehen werden. Nicht selten steckt gerade darin ein Großteil der Arbeit und manche Channels sind dazu übergangen dafür eigene Mitarbeiter anzustellen. Ein gutes Beispiel ist der Tech-Channel "LinusTechTips", der aufgrund des täglichen Upload-Volumens und der Komplexität seiner Videos mittlerweile eine ganze Firma unterhält und in diesem Video erklärt, warum so viele Menschen nötig sind, um dauerhaft Videos in hoher Qualität zu produzieren.3

Ein typischer Arbeitstag sieht daher möglicherweise ganz anders aus, als manche vermuten würden. Zum Beispiel ist der Teil, an dem die meisten Leute Spaß haben, nämlich das vor der Kamera stehen, Witze machen, etwas vorstellen oder ein Spiel zu spielen, am Ende vielleicht gar nicht mehr so groß. Zudem sind die meisten YouTuber/innen natürlich nicht nur auf YouTube aktiv, sondern pflegen andere Social-Media-Kanäle wie Twitter, Instagram oder Tik Tok oder machen Livestreams auf Twitch. Einen geregelten Arbeitstag mit Kernarbeitszeiten gibt es nicht und oft arbeitet man mehr als 12 Stunden und auch am Wochenende.4

Angestellt als YouTuber/in, funktioniert das?

Die meisten YouTuber/innen sind selbstständig bzw. freiberuflich und arbeiten nur für sich selbst, sind also ihr eigener Chef. Es gibt aber auch Ausnahmen und es ist durchaus möglich, als Angestellter zum YouTuber/in zu werden. So zum Beispiel bei der Firma "Rocketbeans Entertainment", die mit ihrem Twitch- bzw. YouTube-Kanal "RBTV"5 einen ganzen Streaming-Sender aufgebaut haben, der beinahe täglich live sendet. Die Angestellten stehen als Moderatoren oder Let's Player vor der Kamera und der Kanal wird zusammen mit Inhalt befüllt. Ganz ähnlich verhält es sich bei diversen Magazinen und Publikationen, beispielsweise dem Videospiel-Magazin "Gamestar"6, bei dem die Angestellten vorrangig als Journalisten arbeiten, aber auch einen eigenen YouTube-Kanal führen und daher ähnliche Tätigkeiten ausführen wie hauptberufliche YouTuber/innen.

Wie viel kann man als YouTuber/in verdienen?

Der Verdienst von YouTuber/in war lange ein gut gehütetes Geheimnis und YouTube-Partnern mit monetarisierten Kanälen wurde es verboten, ihre Verdienste öffentlich zu machen. Das liegt auch daran, dass längst nicht mehr nur noch die von YouTube geschaltete Werbung als Einnahmequelle genutzt wird. Viele YouTuber/innen nutzen darüber hinaus sogenannte "Product-Placements" und "Sponsorings" für Videos. Zwar ist man in Deutschland gezwungen, auf Produktplatzierungen hinzuweisen, aber man muss natürlich nicht offenlegen, wie viel Geld man für seine Werbeverträge bekommt. Von YouTube selbst bekommt man durchschnittlich 10 bis 20 Cent pro Abonnent und Jahr sowie einen Euro Brutto für 1.000 Klicks7. Product-Placements sind deutlich lukrativer und können pro Video bei entsprechend großen Reichweiten schon gerne mal mehr als 2.000 Euro einbringen. Fakt ist: Wer erfolgreich ist, kann Verdienste im zweistelligen Millionenbereich erreichen (Beispiel: Ryan Kaji: 24 Millionen Euro8). Fakt ist aber auch, dass nur wenige Kanäle so weit kommen und aufgrund der großen Konkurrenz die Chancen auf einen Durchbruch gering sind.

Wer seine Chancen erhöhen möchte, kann mittels Weiter- und Fortbildungen versuchen, seine Fähigkeiten zu Verbessern und sich besser am Markt zu platzieren. YouTube selbst stellt dafür die sogenannte "Creator Academy9" bereit, die durch Videos und Tutorials zeigt, wie man seine ersten Schritte in Richtung Monetarisierung macht und von Inhaltsstrategien bis zur Unternehmensführung tatsächlich viele interessante Themen aufgreift. Das Angebot steht Personen, die über einen YouTube-Account verfügen, kostenlos zur Verfügung. Mittlerweile haben auch die Bildungsinstitute erkannt, dass hier Bedarf herrscht und einige Kurse und Webinare geschaffen, die speziell auf YouTuber/innen zugeschnitten sind. Hier lernt man die Grundlagen des Marketings, wie man sich seine eigene Identität aufbaut und mithilfe von Social-Media die Reichweite seines Kanals erhöhen kann. Diese Angebote sind allerdings kostenpflichtig und manchmal mit Präsenzunterricht verbunden.

Tipps für den Start

Wer sich jetzt fragt: "Wie kann man YouTuber/in werden?", dem möchten wir die folgenden Tipps ans Herz legen:

Auf keinen Fall sollte man von jetzt auf gleich seinen Hauptberuf aufgeben, um YouTuber oder YouTuberin zu werden, wenn man nicht mindestens ein gutes Konzept und ein Startkapital hat, da es unter Umständen eine ganze Weile dauern kann, bis der Kanal genügend Reichweite hat, um von den Einnahmen zu leben. Viel eher empfiehlt es sich, den Kanal zunächst als Hobby zu führen, sich nebenbei die nötigen Fähigkeiten anzueignen und zusammen mit der Reichweite schrittweise seine Qualität zu verbessern, bis man den kritischen Punkt erreicht, an dem man sich hauptberuflich darum kümmern kann. Durch diese sanfte Methode werden die eigenen Ersparnisse nicht aufgebraucht und man ist durch seinen Hauptberuf in der Lage, seine Lebensstandards aufrechtzuerhalten, was vor allem dann wichtig ist, wenn man vielleicht eine eigene Familie hat.

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